Geschichte

Geschichte des Schweriner Archives

Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrates (OKR) wurde am 1. Mai 1934 in Schwerin eine Kirchenbuchabteilung eingerichtet, in der rund 2000 Originalkirchenbücher zentralisiert wurden. Gut zwei Jahre später, am 16. November 1936, kam es zur Bildung eines Landeskirchenarchivamtes, an dessen Spitze der Landeskirchenarchivar stand. Dieser war in Personalunion zugleich Leiter der Kirchenbuchabteilung, die 1935 in „Mecklenburgische Sippenkanzlei“ umbenannt worden war. Hauptaufgabe des Landeskirchenarchivars war die Archivpflege vor Ort. Ein eigenes Archiv für bereits vorhandenes archivwürdiges Schriftgut der obersten Kirchenverwaltung in Schwerin, des OKR, und des ehemaligen Konsistoriums in Strelitz (die beiden Landeskirchen waren 1934 vereinigt worden) war damals allerdings nicht geplant. Seit Ende 1941 bis 1945 war die Stelle des Landeskirchenarchivars unbesetzt.
Der Mangel an Räumlichkeiten zwang auch die beiden nachfolgenden Archivleiter, ihre Tätigkeit ebenfalls größtenteils auf die Archivpflege vor Ort zu konzentrieren. Erst mit der Neubesetzung der Stelle im Jahr 1967 kam es durch einen Anbau am Dienstgebäude des OKR endlich zur Schaffung von geeigneten Magazin- und Arbeitsräumen, die für den Betrieb eines Archivs konstitutiv sind. Dieser Archivbau genügte allerdings schon in den 1980er Jahren nicht mehr den Anforderungen, war voll belegt und zeigte zudem Risse im Mauerwerk. Ende 1995 erhielt das Archiv daraufhin mit einem Erweiterungsbau neue Räume und zusätzliche Magazinfläche. Bereits 1985 konnte das Archiv zudem Räume im Turm der Nikolaikirche Rostock beziehen, die hauptsächlich als Depot für die Altakten des ehemaligen Kirchenkreises Rostock und seiner Kirchengemeinden dienten und noch bis heute in Benutzung sind. In Rampe, einem unweit von Schwerin gelegenen Dorf, wurde im August 1999 eine archivgerecht um- und ausgebaute Werkhalle zur Lagerung weiteren Archiv- und Kunstguts sowie Bibliotheksguts dazu gemietet. Im Jahre 2006 erfolgten die Aufgabe des Ramper Depots und der Umzug in die Räumlichkeiten im Kreuzgang des Schweriner Doms, die das Archiv auch heute noch nutzt.