Wie funktioniert Familienforschung auf dem Gebiet der Nordkirche?

Die Kirchenbuchbenutzung und Familienforschung erfolgt in der Regel in den Kirchenkreisarchiven. Ausnahme sind die Kirchenbücher aus Hinterpommern und die Militärkirchenbücher, die im Landeskirchlichen Archiv liegen.

Adressen, Öffnungszeiten und weiterführende Informationen zu den Kirchenkreisarchiven entnehmen Sie bitte diesen Unterseiten.

Adressen weiterer Archive und genealogischer Einrichtungen und Vereine haben wir für Sie zusammengestellt.

Zu folgenden Alt-Kirchenkreisen sind bereits Übersichten erschienen:

Kirchenkreis Eiderstedt

Kirchenkreis Flensburg

Kirchenkreis Greifswald (zurzeit noch in laufender Bearbeitung)

Kirchenkreis Mecklenburg

Hinterpommerschen Kirchenbücher (zurzeit noch in laufender Bearbeitung)

Die Übersichten, die Sie bisher hier fanden, werden zurzeit überarbeitet und aktualisiert. Sie werden nach und nach wieder hier zu finden sein.

Was sind Kirchenbücher?

Kirchenbücher sind eine besondere archivalische Quelle. Es sind die Bücher, in denen die kirchlichen Amtshandlungen wie z.B. Taufen, Trauungen beurkundet werden. Diese werden im Sprachgebrauch als ‚Kir­chenbücher‘ bezeichnet. Heute werden noch Tauf-, Konfirmations-, Trau- und Bestattungsbücher sowie die  dazu gehörigen Namens­register geführt. Zur Gruppe der heute nicht mehr gebräuchlichen Kirchenbücher gehören jene über Verlobungen (Proklamationen), Abendmahlsgäste (Kommunikanten), Beichtende (Konfitenten) und Abbitte Leistende (Deprekanten, Poenitenten).

Die einzelnen landeskirchlichen Teile haben eine sehr unterschiedliche historische Entwicklung insbesondere im Verhältnis ‚Obrigkeit - Kirche‘ durchgemacht. Diese separaten Entwicklungsschritte spiegeln sich auch in der geschichtlichen Entwicklung der Kirchenbücher, in den Verordnungen zum Kirchenbuchwesen sowie dem daraus entstandenen inneren und äußeren Erscheinungsbild der Kirchenbücher wider. Durch besondere historische Entwicklungen ist das Landeskirchliche Archiv in den Besitz einiger Kirchenbücher aus Hinterpommern und der Militärkirchenbücher aus Kiel gekommen.

Rechtshinweise zur Benutzung von Kirchenbüchern

Die frühere Unterscheidung der Kirchenbücher vor und ab 1876 beruht darauf, dass es staatliche Standesämter erst ab diesem Jahr gibt. Daher stehen Eintragungen in Kirchenbüchern über die Personenstandsfälle (Geburten etc.) für die Zeit bis 1876 stets den staatlichen Personenstandsurkunden gleich. Die kirchlichen Körperschaften müssen für die Zeit vor 1876 die Benutzung gewähren und Auskunft erteilen.

Ab 1876 haben Kirchenbücher keinen Status mehr als amtliches Register der Personenstandsfälle. Die Eintragungen in den Kirchenbüchern beurkun­den ab dem Zeitpunkt nur noch die geistlichen Amtshandlungen; folglich können auch nur darüber Urkunden ausgestellt werden.

Entgegen der früheren Rechtslage verlieren aber auch die standesamtlichen Unterlagen ihre Beweiskraft, wenn die Frist zur Fortführung (= fortlaufende Aktualisierung) abgelaufen ist. Daher können Kirchenbücher nach Ablauf einer analogen Sperrfrist auch für die allgemeine Familienforschung genutzt werden. Für die Benutzung dieser Kirchenbücher gilt ausschließlich das Archivrecht.